Definition
Ein dreidimensionaler Körper, begrenzt durch eine endliche Sammlung planarer polygonaler Flächen, die sich an Kanten und Ecken treffen; man betrachtet sowohl konvexe als auch nichtkonvexe Formen mit kombinatorischen und topologischen Beschreibungen.

Prinzip

Prinzip
Ein Polyeder wird aus polygonalen Flächen zusammengesetzt, die entlang passender Kanten verklebt werden, sodass der Rand lokal ein zweidimensionales Zellkomplex ist; für konvexe Polyeder gilt Eulersche Formel V - E + F = 2 und das Flächengitter erfasst Inzidenzbeziehungen.

Demonstration

Demonstration
Ein Würfel: sechs quadratische Flächen, zwölf Kanten und acht Ecken; ein Tetraeder: vier dreieckige Flächen, sechs Kanten und vier Ecken; beide sind endliche polyedrische Körper mit planen Flächen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Ein Objekt als Polyeder bezeichnen, wenn seine Flächen nicht planar sind (gekrümmt oder facettierte Approximation einer gekrümmten Fläche), wenn unendlich viele Flächen vorliegen, oder fraktale/limitierende Objekte ohne endliche polygonale Zellzerlegung als Polyeder behandeln.

Konsequenz

Konsequenz
Endliche Polyeder besitzen kombinatorische Invarianten (Flächengitter, Eulersche Charakteristik), geometrische Maße (Flächen, dihedrale Winkel, Volumen), konstruierbare duale Polyeder und wohlgestellte Begriffe von Starrheit und Parkettierung in der dreidimensionalen Geometrie.

Umkehrung

Umkehrung
Planare polygonale Flächen durch glatte gekrümmte Flächen ersetzen führt zu Körpern mit glattem Rand statt zu polyedrischen; die Verallgemeinerung auf höhere Dimensionen ergibt Polytopen, die einige kombinatorische Eigenschaften teilen, sich aber in der geometrischen Realisierung unterscheiden.

Abgrenzung

Abgrenzung
Bezieht sich auf endliche polyedrische Körper im dreidimensionalen Raum mit planaren polygonalen Flächen, die sich an geraden Kanten treffen; schließt unendliche polyedrische Komplexe, nicht-planare Flächen und rein topologische Zellkomplexe ohne planare Einbettung aus.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen kombinatorischer und geometrischer Definition: einige Autoren erlauben nichtkonvexe oder sich selbst schneidende Polyeder oder weitere Zellkomplexe als Polyeder, während die klassische Theorie konvexe, planen und endliche Körper fordert; Spannung auch mit 'Polytope', dem dimensionsverallgemeinernden Begriff.

Synthese

Synthese
Ein Polyeder ist ein endlicher dreidimensionaler Körper, dessen Rand aus planaren polygonalen Flächen besteht, die sich entlang Kanten und Ecken treffen; es ist zugleich ein geometrisches Objekt (Flächen, Volumen, Winkel) und ein kombinatorischer Zellkomplex (Inzidenzstruktur der Flächen).