Definition
Ein Funktor F: C^{op}→Set (oder C→Set, je nach Varianz) heißt repräsentierbar, wenn ein Objekt R in C existiert und eine natürliche Isomorphie F ≅ Hom_C(-,R) (oder Hom_C(R,-)) besteht; das heißt, F entsteht aus Hom-Mengen zu oder von einem einzelnen repräsentierenden Objekt.
Prinzip
Prinzip
Die ordnende Idee ist, dass ein Funktor durch eine universelle Sonde realisiert wird: Repräsentierbarkeit bedeutet, dass der Funktor (ko-)repräsentiert ist durch ein Objekt, das seine Werte mittels natürlicher Bijektionen parametrisiert und so funktorielle Daten in konkrete Morphismen verwandelt.
Demonstration
Demonstration
Der Funktor, der jedem topologischen Raum X die Menge der stetigen Abbildungen X→S^1 zuordnet, ist in der Homotopie-Kategorie genau dann repräsentierbar, wenn S^1 das repräsentierende Objekt ist; in der Algebra repräsentiert Hom_R(-,R) den Funktor der R-linearen Abbildungen nach R und zeigt damit konkrete Repräsentierbarkeit.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Einen Funktor als repräsentierbar zu bezeichnen aufgrund punktweiser Bijektionen ohne Nachweis der Natürlichkeit: eine natürliche Isomorphie über die Objekte ist essenziell — punktweise Übereinstimmungen, die nicht mit Morphismen verträglich sind, begründen keine Repräsentierbarkeit.
Konsequenz
Konsequenz
Ist ein Funktor repräsentierbar, so verfügt man über ein universelles Element, Yoneda-artige Rechnungen und Zugriff auf universelle Eigenschaften, was Klassifikation, Korrepräsentationen und konkrete Konstruktionen wie Limiten und Adjunkte in Begriffen des repräsentierenden Objekts ermöglicht.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr ist ein nicht-repräsentierbarer Funktor: Viele wichtige Funktoren lassen sich nicht durch ein einzelnes Objekt erfassen und erfordern Pro-Repräsentationen, Garben oder größere kategoriale Konstruktionen zur Kodierung ihres Verhaltens.
Abgrenzung
Abgrenzung
Repräsentierbarkeit setzt eine lokal kleine Kategorie und eine natürliche Isomorphie mit einem Hom-Funktor voraus; ausgeschlossen sind Funktoren, deren Verhalten nicht durch ein einzelnes Objekt kodierbar ist oder denen die nötige Natürlichkeit bzw. Größenbedingungen fehlen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Repräsentierbarkeit steht nahe an universellen Eigenschaften und Adjunktionen: die Spannung besteht darin, ob man eine Konstruktion durch ein repräsentierendes Objekt (konkret) oder durch eine universelle Abbildungs-Eigenschaft bzw. ein Adjunkt (strukturell) auffassen soll, was zwar äquivalent sein kann, aber konzeptionell unterscheidet.
Synthese
Synthese
Ein repräsentierbarer Funktor ist einer, der aus Hom-Mengen eines einzigen Objekts durch eine natürliche Isomorphie entsteht; so wird abstrakte funktorielle Information konkret, indem Werte mit Morphismen zu oder von einem repräsentierenden Objekt identifiziert werden.