Definition
Eine ganze Zahl r ist ein quadratischer Rest modulo n, wenn es ein ganzes x gibt mit x^2 ≡ r (mod n); andernfalls ist r ein quadratischer Nichtrest modulo n. Residuen sind als Klassen modulo n zu verstehen.
Prinzip
Prinzip
Das ordnende Prinzip ist, dass Quadrieren eine Abbildung auf Z/nZ definiert, deren Bild die Menge der quadratischen Reste ist; bei ungeradem Primmodul p ist dieses Bild ein multiplikativer Untergruppe von Index zwei in (Z/pZ)^×.
Demonstration
Demonstration
Modulo 7 sind die Quadrate {0,1,2,4}, denn 0^2≡0, 1^2≡1, 2^2≡4, 3^2≡2, 4^2≡2, 5^2≡4, 6^2≡1 (mod 7); damit ist 2 ein quadratischer Rest modulo 7, 3 dagegen ein Nichtrest.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Anzunehmen, Aussagen für Primmoduln gelten unverändert für zusammengesetzte Moduli (wo Nullteiler die Lage verkomplizieren), oder Residuen als eindeutige numerische Quadratwurzeln statt als Kongruenzklassen zu behandeln.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig angewandt trennt das Konzept die lösbaren von den unlösbaren quadratischen Kongruenzen x^2 ≡ a (mod n), begründet Legendre‑ und Jacobi‑Symbole und steuert Algorithmen für Quadratwurzeln modulo Primzahlen sowie Faktorisierungsverfahren, die quadratische Charaktere nutzen.
Umkehrung
Umkehrung
Das Gegenstück ist der quadratische Nichtrest: eine Klasse, die nicht im Bild der Quadrierung liegt; der Wechsel von Rest zu Nichtrest ändert die Lösbarkeit quadratischer Kongruenzen und viele Reziprozitätsaussagen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Definiert modulo jeder ganzen Zahl n, aber das Verhalten unterscheidet sich: bei ungeradem Prim p gibt es genau (p+1)/2 Reste (mit Null), bei zusammengesetzten n hängt die Struktur von Primpotenzfaktoren ab und Klassen können mehrere oder keine Wurzeln haben.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung besteht zwischen der konkreten Behauptung «eine Zahl ist ein Quadrat» und der modularen Aussage «eine Klasse ist quadratischer Rest»; sowie zwischen Legendre/Jacobi‑Symbolik und direkter Existenz von Wurzeln bei zusammengesetzten Moduli.
Synthese
Synthese
Ein quadratischer Rest modulo n ist eine Kongruenzklasse, die als Quadrat erreichbar ist; dieses Bild‑des‑Quadrierens kodiert die Lösbarkeit quadratischer Kongruenzen, bildet die Grundlage quadratischer Reziprozität und differenziert Klassen nach ihrem quadratischen Charakter.