Definition
Eine Relation in jedem (nichtentarteten) euklidischen Dreieck, die jede Seitenlänge mit dem Doppelten des Umkreisradius multipliziert mit dem Sinus des gegenüberliegenden Winkels vergleicht; üblich ist a/sin A = b/sin B = c/sin C (= 2R).
Prinzip
Prinzip
Seiten und gegenüberliegende Winkel eines Dreiecks stehen durch die Sinusfunktion proportional zueinander, wobei Winkelmaße über den Umkreis in lineare Verhältnisse übersetzt werden.
Demonstration
Demonstration
Im Dreieck ABC mit Seiten a=BC, b=CA, c=AB und Umkreisradius R berechne sin A, sin B, sin C und überprüfe, dass a/sin A = b/sin B = c/sin C = 2R. Ein Beispiel ist ein schiefwinkliges Dreieck mit Winkeln 50°, 60°, 70°, das gleiche Verhältnisse innerhalb numerischer Toleranz liefert.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Anwenden der Formel ohne Berücksichtigung des mehrdeutigen SSA‑Falles beim Lösen nach einem Winkel (es können zwei verschiedene Dreiecke passen), oder Anwendung auf kollineare Punkte, bei denen der Umkreisradius unendlich wird.
Konsequenz
Konsequenz
Mit zwei Winkeln und einer Seite (oder zwei Seiten und einem nicht eingeschlossenen Winkel) liefert der Satz die fehlenden Größen und den Umkreisradius; er vereinfacht Rechnungen in schiefwinkligen Dreiecken und verbindet Trigonometrie mit Kreisgeometrie.
Umkehrung
Umkehrung
Statt Seiten mit Sinus der gegenüberliegenden Winkel zu verknüpfen, verwendet man den Kosinussatz, der die Quadrate der Seiten mit dem Kosinus eines eingeschlossenen Winkels verbindet; der Sinussatz betont Proportionalität und die Möglichkeit von Mehrdeutigkeiten, der Kosinussatz liefert eindeutige algebraische Relationen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für euklidische, nicht entartete Dreiecke; Verhältnisse müssen bei großen Winkeln mit vorzeichenbehafteten Sinuswerten behandelt werden; in sphärischen oder hyperbolischen Dreiecken gelten andere Sinusgesetze.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen Sinussatz und Kosinussatz bezüglich Lösungsstrategie: der Sinussatz bietet direkte Proportionalitäten, kann aber zu mehrdeutigen Lösungen führen, während der Kosinussatz algebraische Klarheit bietet.
Synthese
Synthese
Der Sinussatz ist die proportionale Identität, die jede Seite eines euklidischen Dreiecks mit dem Sinus des gegenüberliegenden Winkels und dem Umkreisradius verknüpft; er ist effektiv zur Lösung schiefwinkliger Dreiecke, erfordert jedoch Vorsicht im SSA‑Fall.