Definition
Eine universelle Konstruktion, die einen Funktor entlang eines anderen Funktors bestmöglich erweitert und linke oder rechte Kan-Erweiterungen liefert, die durch universelle Abbildungseigenschaften charakterisiert sind und Limiten, Kolimiten und Adjunkte verallgemeinern.
Prinzip
Prinzip
Die Kan-Erweiterung von F entlang J ist ein Objekt, das den Funktor repräsentiert, der ein Objekt Y auf natürliche Transformationen von J(-,Y) komponiert mit F in ein Ziel abbildet; äquivalent ist sie universell unter allen Erweiterungen von F entlang J und organisiert punktweise Existenz mittels (Ko)limiten, sofern diese existieren.
Demonstration
Demonstration
Bei einer Inklusion j: D→C und einem Funktor F:D→E weist die linke Kan-Erweiterung Lan_j F:C→E jedem c∈C das Kolimit über die Komma-Kategorie (j↓c) von F zu; z.B. berechnet die linke Kan-Erweiterung entlang einer Inklusion häufig freie Erweiterungen oder linke Adjunkte zur Präkomposition.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Annahme, jede Kan-Erweiterung existiere punktweise ohne Überprüfung der erforderlichen (Ko)limiten führt zu falschen Konstruktionen; ebenso ist es ein Fehler, formale Kan-Erweiterungen als konkrete Formeln in Kategorien ohne die benötigten Kolimiten zu behandeln.
Konsequenz
Konsequenz
Existieren Kan-Erweiterungen, bieten sie kanonische Wege, Funktoren zu erweitern, liefern Adjunkte und vereinheitlichen viele Konstruktionen (Limiten, Kolimiten, Sheafification, linke/rechte Kan-Erweiterungen) sowie Berechnung durch punktweise (Ko)limit-Formeln, wo anwendbar.
Umkehrung
Umkehrung
Der Austausch von links und rechts bei Kan-Erweiterungen vertauscht Kolimiten mit Limiten und kehrt die universellen Pfeile um; die rechte Kan-Erweiterung ist die duale Idee und erfüllt eine analoge universelle Eigenschaft für Kegel statt Kokegel.
Abgrenzung
Abgrenzung
Kan-Erweiterungen sind in beliebigen 2-Kategorien definiert, aber ihre konkrete Berechnung erfordert die Existenz der entsprechenden (Ko)limiten oder Vollständigkeitsbedingungen im Ziel; sie ersetzen nicht die Prüfung von Größen- oder Mengenbedingungen in der Praxis.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Die Spannung entsteht zwischen abstrakter formaler Existenz (als Repräsentation in einer Funktorkategorie) und konkreten punktweisen Formeln mittels (Ko)limiten; Anwender verwechseln oft die formale universelle Charakterisierung mit einfacheren elementweisen Konstruktionen.
Synthese
Synthese
Eine Kan-Erweiterung ist die kanonische universelle Lösung des Problems, einen Funktor entlang eines anderen zu erweitern; sie vereinheitlicht viele Konstruktionen — Adjunkte, (Ko)limiten, Sheafification — indem sie Erweiterung durch eine universelle Abbildungseigenschaft ausdrückt, die häufig punktweise berechenbar ist.