Definition
Der Satz, dass zwei Kompositionsreihen eines Objekts endlicher Länge (z. B. eine endliche Gruppe oder ein Modul endlicher Länge) isomorphe Multimengen einfacher Kompositionsfaktoren haben, eventuell in unterschiedlicher Reihenfolge; die Multimenge der Faktoren ist damit wohlbestimmt.
Prinzip
Prinzip
Verfeinerungen endlicher Filtrationen liefern dieselben einfachen Bausteine bis auf Permutation und Isomorphie; Kompositionsfaktoren sind Invarianten des Objekts, unabhängig von der gewählten Kompositionsreihe.
Demonstration
Demonstration
Für eine endliche Gruppe mit einer Kompositionsreihe G > N > {e}, deren Faktoren einfache Gruppen sind, verfeinert jede andere Kompositionsreihe zu einer äquivalenten Liste einfacher Quotienten; z. B. hat eine auflösbare Gruppe nur abelsche einfache Faktoren (zyklisch von Primzahlordnung), was die Einschränkung zeigt.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Jordan–Hölder auf Objekte ohne endliche Länge (unendliche Gruppen oder Module ohne Kompositionsreihe) anzuwenden oder die geordnete Folge der Faktoren als kanonisch statt die Multimenge der Isomorphieklassen zu betrachten.
Konsequenz
Konsequenz
Ergibt eine kanonische Multimenge einfacher Faktoren als diskretes Invariant zur Klassifikation und zum Vergleich; stützt Eindeutigkeitsaussagen in Strukturtheorie und reduziert Fragen auf die Untersuchung einfacher Bestandteile.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehrung zeigt, dass dieselbe Multimenge von Kompositionsfaktoren nicht die exakte Extensionsstruktur oder die vollständige Isomorphieklasse des Objekts bestimmt; verschiedene nichtisomorphe Objekte können dieselben Faktoren haben.
Abgrenzung
Abgrenzung
Setzt voraus, dass das Objekt endliche Länge besitzt (Existenz einer Kompositionsreihe). Es kontrolliert nicht die Extensionsklassen oder die konkrete Anordnung der Unterobjekte und gilt nicht für Objekte unendlicher Länge.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen Jordan–Hölder und feineren Invarianten (Extensionsklassen, Modulstruktur): Jordan–Hölder fixiert die einfachen Bausteine, lässt aber offen, wie sie zusammengefügt sind; er ergänzt daher die Extensionsklassifikation.
Synthese
Synthese
Jordan–Hölder formuliert, dass Objekte endlicher Länge aus einfachen Bestandteilen aufgebaut sind, deren Multimenge invariant ist: Kompositionsreihen können variieren, doch die unterliegenden einfachen Bausteine (mit Vielfachheit) bilden den kanonischen Fingerabdruck des Objekts.