Definition
Ein Algorithmus, der den größten gemeinsamen Teiler (ggT) zweier ganzer Zahlen berechnet und gleichzeitig ganze Koeffizienten u und v liefert, sodass u·a + v·b = ggT(a,b). Es ist der euklidische Algorithmus erweitert um die Bézout‑Koeffizienten.

Prinzip

Prinzip
Wiederholte Division mit Rest wird angewandt, bis ein Nullrest auftritt; durch Rücksubstitution der Divisionen drückt man den letzten nicht‑null Rest als Linearkombination der Ausgangszahlen aus.

Demonstration

Demonstration
Für ggT(99,78): 99 = 78·1 + 21, 78 = 21·3 + 15, 21 = 15·1 + 6, 15 = 6·2 + 3, 6 = 3·2 + 0, daher ggT = 3. Rücksubstitution liefert 3 = 78·14 + 99·(−11), also erfüllen u = −11 und v = 14 −11·99 + 14·78 = 3.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Den ganzzahligen Algorithmus ungeprüft auf Fließkommazahlen oder in nicht‑euklidischen Ringen zu verwenden; die erhaltenen Koeffizienten als eindeutig anzusehen, ohne ihre Mehrdeutigkeit modulo gemeinsamer Faktoren zu berücksichtigen.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig angewandt ergibt er ggT und Bézout‑Koeffizienten, was Lösungen linearer diofantischer Gleichungen, Berechnung modularer Inversen und zahlreiche Anwendungen in der algorithmischen Zahlentheorie ermöglicht.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr wäre, aus den Bézout‑Koeffizienten eine Faktorisierung der Eingaben abzuleiten; Koeffizienten geben nur lineare Relationen und ersetzen nicht eine Faktorisierungsmethode.

Abgrenzung

Abgrenzung
Definiert für Paare in Hauptidealbereichen und euklidischen Ringen (z. B. ganze Zahlen, univariate Polynome über einem Körper). Ohne Anpassung nicht direkt auf beliebige nicht‑euklidische Ringe oder multivariate Polynome anwendbar.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Unterscheidet sich vom einfachen euklidischen Algorithmus, der nur den ggT liefert; das 'erweiterte' Merkmal liefert explizit Linearkombinationen, was leicht mit anderen Inversionsverfahren in multiplikativen Gruppen verwechselt wird.

Synthese

Synthese
Der erweiterte euklidische Algorithmus erweitert die ggT‑Prozedur um systematische Rücksubstitution, um Bézout‑Koeffizienten zu liefern und so ggT sowie die zugehörige lineare Kombination bereitzustellen.