Definition
Eine ganze Zahl g, deren Potenzen g^k modulo N (reduziert) alle zu N teilerfremden Restklassen erzeugen; äquivalent: g erzeugt die multiplikative Gruppe (Z/NZ)^×.

Prinzip

Prinzip
Ist (Z/NZ)^× zyklisch, so besitzt ein Element g die multiplikative Ordnung φ(N) und seine Potenzen listen alle Einheiten modulo N auf.

Demonstration

Demonstration
Für N = 7 ist 3 eine Primitivwurzel, denn die Potenzen 3^1,...,3^6 modulo 7 ergeben 3,2,6,4,5,1 und damit alle sechs Einheiten; 3 hat somit die Ordnung φ(7)=6.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Fälschlicherweise zu behaupten, g sei eine Primitivwurzel, obwohl g nicht teilerfremd zu N ist oder (Z/NZ)^× nicht zyklisch ist (z. B. N = 8), führt zu falschen Schlussfolgerungen über die Erzeugung aller Einheiten.

Konsequenz

Konsequenz
Existiert eine Primitivwurzel, so liefert der diskrete Logarithmus bezüglich dieser Wurzel eine Bijektion zwischen (Z/NZ)^× und Z/φ(N)Z und ermöglicht Argumente auf Basis der zyklischen Struktur.

Umkehrung

Umkehrung
Das Gegenstück ist ein Element, dessen Potenzen nur eine echte Untergruppe von (Z/NZ)^× erzeugen (z. B. ein Element mit Ordnung, die einen echten Teiler von φ(N) teilt), und somit nicht alle teilerfremden Reste erreichen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Primitivwurzeln existieren für N = 1, 2, 4, p^k und 2p^k mit ungerader Primzahl p; für allgemeine zusammengesetzte N existieren sie nicht. Das Konzept gilt nur für zu N teilerfreie ganze Zahlen und die Einheitengruppe modulo N.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Man darf Primitivwurzel nicht mit einem Erzeuger einer additiven Gruppe oder einem beliebigen Element maximaler Ordnung in einem Unterring verwechseln; 'primitiv' meint hier Erzeuger der gesamten multiplikativen Einheitengruppe, falls diese zyklisch ist.

Synthese

Synthese
Eine Primitivwurzel modulo N ist eine ganze Zahl, die, falls vorhanden, die Einheitengruppe modulo N zu einer zyklischen Gruppe macht, deren Potenzen alle invertierbaren Reste durchlaufen.