 ##  [Schnittkrümmung](/de/node/62741) 

 Definition

Für eine riemannsche Mannigfaltigkeit ist die Schnittkrümmung K(σ) einer zweidimensionalen Tangentialebene σ die Zahl, die man erhält, indem man den Riemannschen Krümmungstensor auf einer orthonormalen Basis von σ auswertet und normiert; sie misst die Gaußsche Krümmung der durch geodätische Kurven tangential zu σ erzeugten Fläche.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Schnittkrümmung entnimmt die Krümmung, die einer spezifischen 2-Ebene im Tangentialraum zugeordnet ist, und wird algebraisch durch den Riemannschen Tensor bestimmt; sie steuert, wie sich Geodäten, die anfangs in dieser Ebene liegen, auseinander- oder zusammenlaufen.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Auf der runden n-Sphäre mit Radius r hat jede 2-Ebene konstante Schnittkrümmung K = 1/r^2; geodätische Dreiecke auf der Sphäre weisen Winkelsummen &gt; π auf, was mit positiver Schnittkrümmung übereinstimmt.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Zu behaupten, die Kenntnis der Schnittkrümmung in einer endlichen Anzahl von Ebenen reiche zur Bestimmung des gesamten Krümmungstensors in Dimensionen &gt; 3, ist falsch; richtungsbezogene Informationen reichen möglicherweise nicht zur Rekonstruktion aller Komponenten des Riemannschen Tensors.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Vorzeichen und Schranken der Schnittkrümmung führen zu starken geometrischen und topologischen Resultaten (Vergleichssätze, Kontrolle konjugierter Punkte, Steifigkeitsphänomene); gleichmäßige Positiv- oder Negativwerte haben tiefgreifende globale Folgen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Flachheit ist die Umkehrung: Verschwindende Schnittkrümmung in jeder Ebene kennzeichnet lokal euklidisch isometrische Mannigfaltigkeiten und kehrt somit die Fokussierungs-/Entfokussierungsphänomene von Geodäten um.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Definiert nur für nichtdegenerierte zweidimensionale Ebenen im Tangentialraum einer riemannschen oder pseudo-riemannschen Mannigfaltigkeit; nicht anwendbar ohne Metrik, versagt bei degenerierten oder singulären Metriken; in lorentzscher Signatur unterscheidet man zeitartige, raumartige und null Schnittkrümmungen.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Es besteht eine Spannung zwischen der Schnittkrümmung als richtungsfeinem Invariant und Ricci- bzw. Skalarmetriken, die über Richtungen mitteln; Aussagen auf Basis von Schnittkrümmungsgrenzen sind stärker, aber schwerer aus gröberen Invarianten abzuleiten.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Die Schnittkrümmung ist die richtungsbezogene Gaußsche Krümmung, die einer Tangentialebene zugeordnet wird und aus dem Riemannschen Tensor berechnet wird; sie bestimmt das lokale geodätische Verhalten und führt zu gemittelten Größen (Ricci, Skalar), während sie die detaillierteste richtungsbezogene Krümmungsinformation enthält.