 ##  [Kompakter Operator](/de/node/62528) 

 Definition

Ein linearer Operator zwischen topologischen (häufig normierten oder Banach-) Vektorräumen, der beschränkte Mengen auf relativ kompakte Mengen abbildet; äquivalent dazu, dass das Bild jeder beschränkten Folge eine konvergente Teilfolge besitzt.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Kompaktheit drückt die Möglichkeit aus, durch endlich-dimensionale Approximationen zu arbeiten: kompakte Operatoren lassen sich in vielen Fällen in Operatornorm durch endlich-rangige Operatoren approximieren und komprimieren infinidimensionales Verhalten zu präkompakten Bildern.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Der Integraloperator K auf L2, definiert durch (Kf)(x)=∫ k(x,y)f(y) dy mit geeignet regulärem Kern k, ist unter üblichen Hypothesen kompakt; die Einbettung H1_0(Ω)→L2(Ω) ist kompakt (Rellich), während in endlichdimensionalen Räumen jeder lineare Operator kompakt ist.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Davon auszugehen, jeder beschränkte Operator sei kompakt (falsch in unendlichen Dimensionen), oder spektrale Folgerungen anzuwenden, die nur für kompakte Operatoren gelten, etwa ein diskretes Punktespektrum mit 0 als einzigem Häufungspunkt zu behaupten ohne Kompaktheitsnachweis.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Kompakte Operatoren besitzen spezielle Spektraleigenschaften (Punktespektrum, das höchstens in 0 akkumuliert), ermöglichen Fredholm-artige Ergebnisse und liefern verbesserte Konvergenzeigenschaften für Folgen von Bildern durch Kompaktheit.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Ein nicht kompakter beschränkter Operator bildet beschränkte Mengen nicht in relativ kompakte Mengen ab; typische Beispiele sind Verschiebeoperatoren auf ℓ2 oder Multiplikation durch eine nicht beschränkte Folge, die ein kontinuierliches Spektrum oder fehlende Norm-Approximation durch Rang-finite Operatoren zeigen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Die Definition setzt eine Umgebungstopologie voraus, in der relative Kompaktheit Sinn macht (normierte oder topologische Vektorräume); ausgeschlossen sind unbeschränkte Operatoren, Bilder, die zwar beschränkt aber nicht relativ kompakt sind, und Eigenschaften, die nur punktweise oder auf Teilräumen gelten.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

„Kompakt“ konkurriert mit „endlich-rangig“, „Grenzwert endlich-rangiger Operatoren“ und mit dem Begriff „vollständig stetig“ (Alias); die Spannung lässt sich durch genaue Angabe der Topologie und des Approximationsmodus (Norm versus starke Operatoren-TOP) auflösen.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Ein kompakter Operator ist eine lineare Abbildung, die beschränkte Mengen in relativ kompakte Mengen überführt und so infinidimensionale Strukturen auf endlich-dimensionale Approximationen reduziert; diese strukturelle Kompression führt zu charakteristischen spektralen und konvergenten Folgeneigenschaften.